Ein Reifenlabel ist ein Kennzeichen für Kfz-Reifen. Seit dem 1. Mai 2021 müssen auf dem EU-Markt alle Entwickler und Verkäufer von Reifen für Personen- und Nutzfahrzeugen für jedes ihrer Produkte die Kraftstoffeffizienzklasse, die Nasshaftungsklasse, die Schneegriffigkeit, die Eisgriffigkeit sowie den Rollwiderstandskoeffizient mit dem entsprechenden Messwert angeben.

Klassifizierung der Leistung

Die EU hat bereits schon lange ein System zur Kennzeichnung von elektrischen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen und Fernsehern geschaffen, um die europäische Bevölkerung besser über ihren Verbrauch zu informieren. Bei Pkw-Reifen und leichten Lkw-Reifen haben die Hersteller oder Importeure immer die Wahl, entweder den Reifenlabel auf die Reifenlauffläche anzubringen oder die Lieferung durch eine Reifencharge zu ergänzen. In den meisten Fällen wird das Reifenlabel direkt an den Händler und an den Endverbraucher verschickt. Weiterhin nutzt das Reifenlabel eine Klassifizierung von der besten Leistung (grüne Kategorie „A“) bis hin zur schlechtesten Leistung (rote Kategorie „G“). Diese Initiative resultiert aus einer 2009 veröffentlichten Verordnung der EU-Kommission. Sie ist Teil des Energieeffizienz-Aktionsplans, welcher darauf abzielt, die Energieeffizienz von Produkten, Gebäuden und Dienstleistungen zu verbessern und den Energieverbrauch deutlich zu senken.

Die Energieeffizienz der Reifen

Der Rollwiderstand ist der wichtigste Schlüsselfaktor bei der Bestimmung der Energieeffizienz von Reifen. Dieser übt nämlich einen erheblichen Einfluss auf den gesamten Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs aus. Ein Reifen der grünen Klasse „A“ kann im Vergleich zu einem Reifen der roten „G“-Klasse den Kraftstoffverbrauch eines Pkws um 9 % senken. Bei einem Lkw ist der Unterschied in der Energieeffizienz noch größer. Die Einstufung „D“ zum Beispiel kann bei der Einstufung des Rollwiderstands nicht für gewöhnliche Pkws und auch nicht für leichte Lkws verwendet werden, während sie bei schweren Lkws vollkommen gebräuchlich ist.

Nasshaftung

Der Nasshaftungsindex (WGI) wird aus den Ergebnissen zweier im Reglement vorgeschriebener Tests berechnet. Der erste Test misst die maximal erreichbare durchschnittliche Verzögerung eines Fahrzeugs, wenn es von 85 ± 2 km/h (52,8 mph) auf 20 ± 2 km/h (12,4 mph) verlangsamt wird. Der zweite Test (der „Skid Trailer“-Test) wird normalerweise mit einem Zugfahrzeug und Anhänger durchgeführt. Dabei ist der Anhänger mit den zu prüfenden Reifen ausgestattet. Die durchschnittliche maximale Bremskraft, die bei einem hohen Anteil (60 – 90 %) der maximalen Reifenlast durch die Reifen aufgebracht werden kann, wird gemessen, wenn das Gespann mit konstanter Geschwindigkeit von 65 ± 2 km/h fährt.