Die Abkürzung WLTP steht für „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure”. Das ist ein standardisiertes Verfahren zur Messung des Verbrauchs und der Emissionen von Kraftfahrzeugen. Es kommt bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ebenso zum Einsatz wie bei Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden.

Seit September 2018 müssen Fahrzeughersteller Verbrauchs- und Emissionswerte für alle neu zugelassenen Pkw nach diesem Standard ausweisen. Für neu zugelassene leichte Nutzfahrzeuge ist die Angabe seit September 2019 ebenfalls vorgeschrieben.

Der Zyklus WLTC als Basis

Die Grundlage für die Ermittlung der Werte nach WLTP bildet ein standardisiertes Fahrprofil. Dieses basiert auf einer umfangreichen Analyse des alltäglichen Fahrverhaltens in 14 Ländern auf der ganzen Welt. Aus den Ergebnissen dieser Analyse wurde ein standardisierter Fahrzyklus namens WLTC entwickelt. Er löst den seit 1992 verwendeten Fahrzyklus NEFZ ab.

Auf einem Prüfstand werden nun alle neuen Fahrzeugtypen mit dem standardisierten Fahrprofil gefahren. Dabei ermitteln die Prüfer für jede Kombination aus Motor und Getriebe den Verbrauch und die Emissionen. Neben Fahrzeugen mit Basisausstattung fließen nun auch Modelle mit Sonderausstattung in die Ermittlung der Werte mit ein.

Die Bedingungen für die Messung

Für die Messung werden Fahrzeuge nach Leistung und Gewicht in drei Klassen unterteilt. Jede Klasse hat einen eigenen Fahrzyklus nach WLTC mit einer fest definierten Zeitspanne und zwei bis vier Abschnitten. Diese Abschnitte bilden typische Fahrstrecken, etwa in der Stadt oder auf der Autobahn, ab. Dafür verwenden sie bestimmte Werte für die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Stillstandszeit, die maximale Beschleunigung und für weitere Eigenschaften der Fahrt.

Neben dem Fahrprofil definiert der WLTP-Standard aber auch verschiedene Umgebungsbedingungen für die Messung. So erfolgt etwa die Ermittlung der Messwerte in Europa jeweils bei einer Umgebungstemperatur von 14 und 23 Grad.

Auswirkungen von WLTP in der Praxis

Mit dem stark am Alltag angelehnten Zyklus WLTC sind die Verbrauchs- und Emissionsangaben nun deutlich realistischer als die zuvor ermittelten Werte. Fahrzeuginteressenten können somit dank WLTP den tatsächlichen Verbrauch und CO2-Ausstoß besser einschätzen.

In der Regel liegen die Angaben nun allerdings auch deutlich über den bisherigen Werten. Das erfordert nicht nur eine gedankliche Umstellung, sondern kann auch Auswirkungen auf die Kfz-Steuer haben. Deren Höhe basiert auf den Angaben zum CO2-Ausstoß. Da dieser bei der Messung nach dem neuen Verfahren meist höher ausfällt, ist auch der Steuerbetrag für einige Fahrzeuge gestiegen.